Prüfungsordnung Certified Financial Modeler

Prüfungsordnung des Deutschen Instituts für Corporate Finance für den Certified Financial Modeler

Stand August 2018 (gilt in Verbindung mit den AGB)

Vorbemerkung

Vorbemerkung

Alle Amts-, Status, Funktions- und Berufsbezeichnungen, die in dieser Prüfungsordnung in männlicher Form erscheinen, sind nicht an die männliche Form gebunden und betreffen beispielsweise auch gleichermaßen Frauen. Damit können diese auch beispielsweise in der entsprechenden weiblichen Form verwendet werden.

§ 1 Titel und Anrechnungsmöglichkeiten

§ 1 Titel und Anrechnungsmöglichkeiten

(1) Der Titel „Certified Financial Modeler“ wird vom Deutschen Institut für Corporate Finance verliehen. 

(2) Die Voraussetzungen für diesen Titel sind das Bestehen aller Certified Financial Modeler Prüfungen Modul 1, Modul 2 sowie Modul 3.

(3) Personen, welche alle drei Prüfungen bestanden haben, wird die Certified Financial Modeler Urkunde verliehen. Sie sind nach Erhalt der Urkunde berechtigt, den Titel Certified Financial Modeler zu führen.  

§ 2 Prüfungsausschuss

§ 2 Prüfungsausschuss

1) Für die Organisation der Prüfungen und die durch diese Prüfungsordnung zugewiesenen Aufgaben ist der Prüfungsausschuss des Certified Financial Modeler Programms zuständig.  

(2) Die Bezeichnung „Prüfungsausschuss“ wird als Synonym zu der Bezeichnung „Prüfungskommission“ verwendet.  

(3) Der Prüfungsausschuss besteht aus den zwei Direktoren des Deutschen Institut für Corporate Finance.  

(4) Der Prüfungsausschuss achtet darauf, dass die Bestimmungen der Prüfungsordnung eingehalten werden und gibt Anregungen zur Reform des Prüfungsinhaltes und der Prüfungsordnung. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben das Recht, der Abnahme von Prüfungen beizuwohnen.  

(5) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sind. Die Beschlüsse des Prüfungsausschusses werden mit der Mehrheit der Stimmen der anwesenden Direktoren gefasst. Bei Stimmengleichheit gilt der Antrag als abgelehnt.

§ 3 Zulassungsvoraussetzung

§ 3 Zulassungsvoraussetzung

1) Der Prüfling ist zur Ableistung der Certified Financial Modeler Prüfung zugelassen, wenn alle drei nachfolgend genannten Voraussetzungen erfüllt sind:

  • (a)   Der Prüfling hat die formlose Anmeldebestätigung zur Prüfung seitens des DICF empfangen;
  • (b)   Der Prüfling hat die Bezahlung der unter §4 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Certified Financial Modeler aufgeführten Gebühren an das Deutsche Institut für Corporate Finance geleistet. 
  • (c)   Der Prüfling hat sich mindestens 3 Wochen vor der gewünschten Prüfung über die Certified Financial Modeler Webpage für die Prüfung angemeldet und dabei folgende Angaben gemacht, die vom DICF an die Deutsche Börse weitergegeben werden: Gewünschter Prüfungstermin, Nachname, Vorname, Geburtstag, Geburtsort, Straße, Postleitzahl und Wohnort.

(2) Der Prüfling kann sich von der Certified Financial Modeler Prüfung abmelden, indem er das DICF formlos per E-Mail unter info‎@ätdicf‎.‎de benachrichtigt, dass er nicht an dem Prüfungstermin teilnehmen wird. Diese Abmeldung muss spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin erfolgen, für den sich der Prüfling angemeldet hat. Erfolgt keine fristgemäße Abmeldung, so gilt der Prüfling als zur Prüfung angemeldet und seine Prüfungsleistung wird durch den Prüfungsausschuss bewertet.

(3) Sollte sich der Prüfling krankheitsbedingt beim Prüfungsausschuss abmelden und dem Prüfungsausschuss per Email ein Attest zusenden, so wird der Prüfungsausschuss die Prüfung als nicht angemeldet ansehen und dementsprechend die Prüfungsleistung nicht bewerten. Sollte die Abmeldung beim Prüfungsausschuss spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin eingehen, so entfällt auch die Gebühr für eine Nachprüfung. Ist die krankheitsbedingte Abmeldung nicht spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin erfolgt, so ist bei Anmeldung zur Nachprüfung die Gebühr für eine Nachprüfung zu entrichten.

§ 4 Bewertung der Prüfungsleistungen

§ 4 Bewertung der Prüfungsleistungen

(1) Die Bewertung der Prüfungsleistung erfolgt durch den Prüfungsausschuss. 

(2) Die Prüfungsleistung wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet

(3) Die Bewertung der Prüfung ergibt sich wie folgt:  

(a) Modul 1: Siehe § 5 (5) (a)

(b) Modul 2: Siehe § 5 (5) (b)

(c) Modul 3: In Modul 3 erstellt der Certified Financial Modeler-Kandidat ein eigenes Financial Model in Excel und ggf. VBA und dokumentiert dies professionell. Der Teilnehmer kann ein eigenes Thema aus seiner Praxistätigkeit oder seiner wissenschaftlichen Tätigkeit vorschlagen. Teilnehmer, die kein eigenes Thema für ein Financial Model vorgeben, erhalten von der Lehrgangsleitung ein Thema zugewiesen. Die Prüfung zu Modul 3 ist bestanden, wenn mehr als 40% der maximal möglichen Punkte erreicht wurden. Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn 40% oder weniger der maximal möglichen Punkte erreicht wurden.

(4) Nach Bestehen der Certified Financial Modeler Prüfung erhält der Prüfling die Urkunde zum Führen des Titels Certified Financial Modeler auf Deutsch und Englisch.

(5) Eine bestandene Prüfungen kann nicht wiederholt werden.

(6) Eine Prüfungsleistung gilt als mit „nicht ausreichend“ bewertet, wenn der Prüfling zu einem Prüfungstermin ohne triftigen Grund nicht erscheint, oder wenn er während oder nach Beginn der Prüfung ohne triftigen Grund zurücktritt. Dasselbe gilt, wenn eine schriftliche Prüfungsleistung nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit erbracht wird.

(7) Versucht der Prüfling das Ergebnis der Prüfungsleistung durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, wird die betreffende Prüfungsleistung mit „nicht bestanden“ bewertet.

(8) Ein Prüfling, der den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung stört, kann von dem Prüfungsberechtigten oder Aufsichtsführenden von der Fortsetzung der Prüfungsleistung ausgeschlossen werden. In diesem Fall wird die betreffende Prüfungsleistung mit „nicht bestanden“ bewertet.

(9) ECTS für das Studium und die Weiterbildung:

(9.1) Haben sich die Teilnehmer bei Beginn des Zertifikatslehrgangs „Certified Financial Modeler“ für den Erwerb eines Hochschulzertifikats entschieden, werden die Leistungen der Prüfung pro Modulelement benotet.  Die Teilnehmer erhalten sie nach erfolgreichem Abschluss aller Module:

  • Die Urkunden „Certified Financial Modeler“ durch das Deutsche Institut für Corporate Finance in deutscher und englischer Sprache
  • Ein Hochschulzertifikat der HfWU
  • Ein Certificate Supplement mit dem Ausweis der Leistungen und den erworbenen ECTS

(9.2) Nur wenn alle drei Module erfolgreich bestanden wurden erhalten die Teilnehmer ein Hochschulzertifikat.

(9.3) Wählt ein Teilnehmer einzelne Module, so erhält der Teilnehmer pro bestandenem Modul eine Teilnahmebestätigung vom Deutschen Institut für Corporate Finance. In diesem Falle erhält er jedoch kein Hochschulzertifikat, keine Certified Financial Modeler Urkunde sowie kein Certificate Supplement. Es werden somit keine ECTS erworben und keine Leistungen ausgewiesen.

(9.4) Die Module bzw. Teilmodule mit den entsprechenden ECTS, die im Rahmen des Zertifikatslehrgangs „Certified Financial Modeler“ erworben wurden, können zur Anerkennung bei Bachelor- und Masterstudiengängen vorgelegt werden.

(9.5) Im Rahmen des Hochschulzertifikats der HfWU kann der Prüfling nach bestandener Prüfung aller drei Module folgende Noten erhalten:

1,0          A+          95 – 100 %

1,3          A             89 – 94 %

1,7          A-           83 – 88 %

2,0          B+          77 – 82 %

2,3          B             71 – 76 %

2,7          B-           65 – 70 %

3,0          C+          59 – 64 %

3,3          C             53 – 58 %

3,7          C-           47 – 52 %

4,0          D+          40 – 46 %

n.a.        F               0 – 39 %

§ 5 Prüfung für Modul 1 und Modul 2

§ 5 Prüfung für Modul 1 und Modul 2

(1) Als Hilfsmittel zugelassen ist ein Taschenrechner, der vom Prüfling mitgebracht werden kann. Ferner teilt die Deutsche Börse Papier und Stifte aus. Diese werden am Ende der Certified Financial Modeler Klausur wieder eingesammelt. Bei den Fragen kann es sich um Multiple-Choice-Fragen, Lückentextfragen, Rechenaufgaben oder Single-Choice-Fragen handeln. Je nach Fragetyp werden folgende Punkte verteilt: Multiple-Choice-Fragen: 4, 2 oder 0 Punkte (dies gilt auch für Rechenaufgaben im Rahmen von Multiple-Choice); Lückentextfragen: 6 oder 0 Punkte; Rechenaufgaben: 6 oder 0 Punkte; Single-Choice-Fragen: 2 oder 0 Punkte. Um beim Fragetyp „Multiple-Choice-Fragen“ für eine Frage 4 Punkte zu erhalten müssen alle in dieser Frage enthaltenen Teilfragen richtig beantwortet sein. Um beim Fragetyp „Multiple-Choice-Fragen“ für eine Frage 2 Punkte zu erhalten müssen bei vier Teilfragen drei der vier Teilfragen richtig beantwortet sein. Sind zwei, eine oder gar keine der Teilfragen richtig beantwortet, so erhält der Prüfling bei dieser Multiple-Choice-Frage 0 Punkte. Bei keiner Frage werden Minuspunkte vergeben.

(2) Die Deutsche Börse AG bzw. das DICF bestimmt eine Person, die bei Abnahme der Prüfung die Aufsicht führt. Der Teilnehmer hat sich zu Beginn der Prüfung gegenüber der aufsichtsführenden Person über seine Identität mit seinem Personalausweis oder einem Reisepass auszuweisen und hat deren Anweisungen Folge zu leisten. Die aufsichtführende Person wird den Teilnehmer vor Beginn der Prüfung über den Prüfungsablauf, die zur Verfügung stehende Zeit und die erlaubten Hilfs- und Arbeitsmittel informieren.

(3) Die Prüfung ist eine Präsenzprüfung. Die Deutsche Börse AG bzw. das DICF kann dem Teilnehmer auf schriftlichen Antrag gestatten, die Prüfung auch an einem anderen Veranstaltungsort abzulegen.

(4) Die Prüfung wird in deutscher oder englischer Sprache durchgeführt. Der Prüfling kann die Sprache vor Beginn der Prüfung wählen.

(5) In der Prüfung sind 220 (Modul 1) und 120 (Modul 2) auf eine Computersoftware gestützte Prüfungsfragen zu beantworten. Eine mündliche Prüfung findet nicht satt.

(a) Modul 1-Prüfung: Die Modul 1-Prüfung besteht aus 4 Teilmodulen, die alle zu bearbeiten sind. Eine Abwahlmöglichkeit einzelner Teilmodule besteht nicht. Pro Teilmodul werden 55 Fragen gestellt. Die Zusammensetzung der Fragen ergibt sich pro Teilmodul aus 24 Multiple-Choice-Fragen, 24 Single-Choice-Fragen und 7 Lückentext-Fragen. Somit ergibt sich eine maximal zu erreichende Punktzahl von 186 Punkten pro Teilmodul. Bei der Modul 1-Prüfung können somit maximal 744 Punkte erzielt werden. 

Die Prüfung in Modul 1 ist bestanden, wenn in jedem Teilmodul mindestens 74 Punkte erzielt wurden (40% der maximal erreichbaren Punkte pro Teilmodul).

(b) Modul 2-Prüfung: Die Modul 2-Prüfung besteht aus 4 Teilmodulen, wobei nur 3 der 4 Teilmodule in der Prüfung zu bearbeiten sind. Ein Teilmodul kann somit abgewählt werden. Um ein Teilmodul abzuwählen ist bei der Prüfungsanmeldung nach §3 1) (c) hervorzuheben, welche drei Teilmodule für die Modul 2-Prüfung ausgewählt wurden und welches Teilmodul abgewählt wurde. Sollte trotz Abwahl eines Teilmoduls eben jenes Teilmodul in der Prüfung bearbeitet worden sein, so können die erzielten Punkte in diesem Teilmodul nicht auf die mindestens zu erreichende Gesamtpunktzahl angerechnet werden. Das zu Unrecht bearbeitete Teilmodul wird mit null Punkten bewertet. Pro Teilmodul werden 40 Fragen gestellt. Die Zusammensetzung der Fragen ergibt sich pro Teilmodul aus 12 Multiple-Choice-Fragen, 0 Single-Choice-Fragen, 1 Lückentext-Frage und 27 Rechenaufgaben. Somit ergibt sich eine maximal zu erreichende Punktzahl von 216 Punkten pro Teilmodul. Bei der Modul 2-Prüfung können somit maximal 648 Punkte erzielt werden.

Die Prüfung in Modul 2 ist bestanden, wenn in jedem Teilmodul mindestens 86 Punkte erzielt wurden (40% der maximal erreichbaren Punkte pro Teilmodul).

(6) Sämtliche Prüfungsfragen sind in einer Datenbank gespeichert. Zur Gewährleistung der Vergleichbarkeit der Prüfungen werden die Prüfungsfragen nach Fragetyp und Schwierigkeitsgrad per Zufallsgenerator aus der Datenbank entnommen.

(7) Die Bearbeitungszeit beträgt für Modul 1 und Modul 2 jeweils 3 Stunden.

(8) Pro Modul kann jede Prüfung zwei Mal wiederholt werden. Hat der Prüfling ein Modul nicht bestanden, so erhält der Prüfling von dem Prüfungsausschuss Information über sein Abschneiden in dem Modul und seinem Abschneiden in den jeweiligen Teilmodulen. Eine Modulprüfung ist bestanden, wenn alle Teilmodule bestanden sind. Sollte ein Teilnehmer in einer oder mehreren Teilmodulprüfungen weniger als 40% der maximal erzielbaren Punkte erreicht haben, jedoch in anderen Teilmodulprüfungen desselben Moduls bestanden haben, so muss er lediglich die nicht bestandene(n) Teilmodulprüfung(en) wiederholen. Analog gilt für die Wiederholungsprüfung des Modul 1 der §4 Absatz 3a), für Modul 2 der §4 Absatz 3b) und für Modul 3 der §4 Absatz 3c).

§ 6 Prüfung für Modul 3

§ 6 Prüfung für Modul 3

(1) In Modul 3 hat der Certified Financial Modeler-Kandidat ein eigenes Financial Model in Excel zu erstellen. Der Teilnehmer kann ein eigenes Thema aus seiner Praxistätigkeit oder seiner wissenschaftlichen Tätigkeit vorschlagen. Teilnehmer, die kein eigenes Thema für ein Financial Model vorgeben, erhalten von der Lehrgangsleitung ein Thema zugewiesen.

(2) Die Bearbeitungsdauer beträgt - nach Themenvergabe – maximal 12 Monate.

(3) Das Thema kann frühestens nach Bestehen von Modul 1 und 2 beantragt werden.

(4) Das fertige Modell ist an folgende Adresse zu senden: info‎@ätdicf‎.‎de

(5) Das Modell muss folgende Punkte enthalten:

a) Management Summary: Minimal 2 Seiten und maximal 5 Seiten in Word

b) Alle im Lehrbuch aufgeführten Top-10-Financial Modeling Standards sind zu  berücksichtigen

c) Das Modell umfasst alle 4 Prozessschritte „Problemeingrenzung“, „Modellstrukturierung und Modellplanung“, „Modellaufbau“ und „Qualitätssicherung“. Auf den fünften Prozessschritt „Modellpräsentation“ wird verzichtet.

d) Das Modell orientiert sich an den sich unter den 4 Prozessschritten befindlichen 19 Meilensteinen.

e) Die sich unterhalb der Meilensteine befindlichen Handlungsempfehlungen können, aber müssen in der Modul 3-Prüfung nicht angewendet werden (wenn also beispielsweise vorgeschlagen wird, dass die Inputzellen „orange“ ausgewiesen werden, so kann der Financial Modeler hier selbstverständlich auch eine andere Farbe verwenden).

f) Das Modell und die dazu gehörigen Ausführungen enthalten eine vorgegebene unterzeichnete Erklärung (declaration).